Umweltbildung


Film-, Lese- und Naturerlebnis müssen für die Kinder Hand-in-Hand gehen. So absurd es klingt: Aber je weniger die Kinder draußen in der Natur spielen, auf Bäume klettern und Vogelstimmen kennen, desto mehr idyllisch bebilderte Bücher und Zeitschriften gibt es, die Kindern die Natur und den Umweltschutz nahebringen wollen.

Der amerikanische Umweltaktivist und Journalist Richard Louv hat mit seinem Buch „Das letzte Kind im Wald“ den Begriff der „Naturdefizit-Störung“ geprägt: für viele Kinder und Jugendliche sei die Natur schön, harmonisch und schutzbedürftig – aber nichts, zu dem sie eine wirkliche Beziehung haben. Man spendet für Wale, googelt alles über interessante, haarige afrikanische Frösche – aber Regenwürmer? Anfassen? Ist das nicht eklig? Und: darf man das denn überhaupt? Ja – darf man! Kinder sollen sich selbst als Lebewesen in ihrem Lebensraum spüren. Eine freie, freiwillige, unmittelbare und sinnliche Naturerfahrung ist der beste Weg, den Kindern die Natur ans Herz zu legen. Deshalb kommt gerade dem Teil „Schulhofwildnis“ bei nemo so große Bedeutung zu.

Warum Tiere?

Tiere sind – anders als Star Wars oder Prinzessin Lillifee bei Jungs und Mädchen gleichermaßen beliebt. Tiere sind Lebewesen, Teil der Natur und unserer Lebenswirklichkeit. Sich mit ihnen zu beschäftigen, bietet viele Möglichkeiten des Wissenstransfers. Sie bieten mehr Action als etwa Pflanzen und machen es leicht, sich mit ihnen zu identifizieren. Die Erfahrungen im Workshop zeigen, dass hier gerade die Animationsfilme eine Brücke bauen: Auf einmal ist die Spinne in der Ecke nicht mehr eklig, weil sie an die Spinne im Film erinnert, die ganz unglaublich in einen Marienkäfer verliebt war. Auch wenn über die Vermenschlichung der Tiere im Film kritisch reflektiert werden soll, so sind die Filme für die Kinder doch ein wichtiger Türöffner, sich überhaupt auf die Natur einzulassen.